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„Die
Wege des Herrn sind unergründlich“
(Röm. 11,33)
Diese Weisheit aus dem Buch der Bücher scheint auch auf VIA DOMINI (lat. „Der
Weg des Herrn“) zuzutreffen. Mag sein, dass Künstler im allgemeinen
eine ausgeprägte Fantasie besitzen. Mag sein, dass es psychologische Erklärungsansätze
für das erlebte Phänomen gibt. Jedenfalls halte ich mein Schlüsselerlebnis – ohne
es überbewerten zu wollen - für außergewöhnlich. Oder besser:
unergründlich. |
Dieser schneereiche Januarmorgen im Jahre 2005
begann wie jeder andere. Als tendenzieller Nachtmensch
war ich wieder einmal stolz, den „inneren Schweinehund“ überwunden
zu haben, als ich morgens die gewohnte Route entlang der Wertach joggte. Dieses
Mal entstanden jedoch beim Laufen Gedankenbilder – in einer Form, wie ich
es zuvor noch nicht erlebt hatte. Es waren audiovisuelle Bilder einer Band auf
einer großen Bühne. Die Atmosphäre dieser Darbietung hat mich
ebenso ergriffen, wie unglaublich präsente Musik. Die Vision war so intensiv,
dass ich mich an keine sonstigen äußeren Umstände mehr erinnern
kann. Laufstrecke und –zeit oder etwaige Begegnungen entziehen sich meiner
Kenntnis. Ich fühlte mich außerhalb von Raum und Zeit.
Mein Bewusstsein aktivierte sich erst wieder,
als ich mit schneenassen Schuhen
am Klavier saß und die Musik nachspielte, die ich zuvor gehört hatte.
Es waren teilweise längst vergessene Eigenkompositionen, die nie Verwendung
fanden. Meine aktive Tätigkeit als Bandmusiker hatte ich zu diesem Zeitpunkt
bereits seit 7 Jahren beendet.
Der Begriff „Via Domini“ war ebenfalls die gesamte Zeit über
gedanklich präsent. Die Bedeutung des Begriffes wurde mir als talentfreier
Ex-Lateinschüler erst in den Folgetagen bewusst.
Interessant war auch die Folgezeit. Bis zur Veröffentlichung der Musik auf
Tonträger sollten 4 Jahre vergehen. Das „Oratorium in Rock“ entstand
in der schwierigsten wirtschaftlichen Phase meines Lebens. Alle persönlichen
Bemühungen für die Umsetzung scheiterten. Sämtliche Plattenfirmen,
Verleger, strategische Partner, potenzielle Finanziers und akquirierte Musiker
hatten kein Interesse. Ich persönlich hatte in einigen Phasen am Sinn und
an der Umsetzbarkeit des Projektes gezweifelt.
Doch alles fügte sich auf unerwartete Art
und Weise.
Ja – er ist unergründlich und spannend,
der „Via Domini“. Und ich weiß nicht,
wo er uns hinführen wird. Ich wünsche
allen Lesern viel Kraft, Vertrauen und Freude
auf ihrem persönlichen „Weg des Herrn“.
Christian Adolf
November 2009
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